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Bedürfnisse sind flexibel.

Meistens jedenfalls. Wir selber sind es nämlich, die bestimmen was wir wollen und wann wir es wollen. Nur selten gibt es Dinge die wir wirklich sofort tun müssen.

Das bedeutet, dass wir selber auch in der Lage sind, unsere Bedürfnisse, bzw. Wünsche, bei Bedarf jederzeit zu überdenken und ggf. neu an die Situation anzupassen, wenn uns dies sinnvoll erscheint.

Wir müssen nicht standhaft bleiben. Wir müssen uns nicht durchsetzen. Weder uns selber gegenüber, noch unseren Söhnen und Töchtern gegenüber. Das Miteinander ist kein Krieg.

Flexibilität ist authentisch und sozial!

 

Sich wandelnde Bedürfnisse (zulassen):

Hat man sich etwas vorgenommen, dann scheint das Ziel so nah zu sein. Manchmal ist es dann nicht leicht loszulassen. Denn wir wurden schließlich dazu erzogen Leistung zu erbringen und etwas zu schaffen.

Etwas zu erledigen.

Auch dann, wenn das Vorgehabte sogar miteinander abgesprochen wurde, kann es sein, dass das Geplante von den kleinen Menschen doch unerwarteter Weise nicht angenommen oder toleriert wird. Oft zeigt sich dies dann in Form von Trauer oder Wut (Aggression ist auch eine Ausdrucksform von Traurigkeit!).

Nun liegt es an uns erwachsenen die Situation zu ändern und flexibel zu sein! Unser Sozialbedürfnis sorgt dafür, dass sich unser Bedürfnis wandelt. Plötzlich ist das Vorgehabte vielleicht gar nicht mehr so wichtig. Denn die Traurigkeit des kleinen Menschen (be)trifft jeden anwesenden in der Familie. Immer! Also stellen wir unser Bedürfnis (erstmal) zurück, bzw. es ändert sich von ganz alleine auf natürlich Art und Weise.

Wenn man es zulässt! (Denn Ängste, bzw. unsere eigene Erziehung, hindern uns oft daran!)

Das Anpassen an die Situation geht natürlich nicht immer. Aber doch sehr oft! Generell gilt, nicht Bestimmer sein zu wollen, sondern “nur” Begleiter und Beschützer. Dies ist etwas, dass wir oft noch lernen müssen. Denn wir selbst wurden schließlich so erzogen, dass die Erwachsenen schon alles regeln und managen. Und bestimmen.

Der Kaffe kann auch beim gemeinsam die Welt entdecken „gemütlich“ getrunken werden.

 

Flexibilität und Zusammenhalt (vor)leben:

Die jungen Menschen können den Tag mitgestalten und sind dann für das Miteinander und das Wohlergehen aller mitverantwortlich. Es liegt an uns erwachsenen, dies zuzulassen, indem wir immer möglichst Flexibel bleiben und versuchen alle mit einzubinden.

Oft lässt sich dann auch ein Kompromiss finden, mit dem alle einverstanden sind. Dabei geht es nicht ums Gewinnen. Es geht um glückliche Menschen – nicht mehr und nicht weniger.

Das bedeutet nicht, dass wir ständig auf Befehl im Dreieck springen sollen, oder unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse komplett untergraben sollen. Nein, auch wir selber sind wichtig! Es ist eine Lebenseinstellung: wenn wir dies nicht als “aufopfern” empfinden, sondern es als ein flexibles Spiel zwischen den Menschen sehen. Das Spiel des Lebens. Sozialität. Kommunikation. Zusammenhalt.

Beziehung leben, anstatt immer das Ziel zu haben etwas zu schaffen.

Eines ist sicher: Wir wünschen uns glückliche und zufriedene Söhne und Töchter. Und wenn sie dies sind, dann sind wir das auch. Das Glück, das die jungen Menschen erleben – nämlich dadurch, dass ihre Bedürfnisse immer ernst genommen werden – macht auch uns erwachsene glücklich. Und führt schließlich natürlicherweise dazu, dass auch wir in unseren Bedürfnissen wahrgenommen werden – irgendwann. Durch das Vorleben dieser Empathie und dieses Entgegenkommens.

“Wenn es Mama/Papa gut geht, dann geht es mir auch gut!”

Immer öfter schleichen sich die kleinen Momente ein, in denen uns unsere Söhne und Töchter entgegenkommen, oder uns in irgendeiner Art und Weise etwas Gutes tun. Erst vielleicht spielerisch und austestend, aber mit der Zeit immer aufmerksamer und verantwortungsvoller. Dies ist zum großen Teil auch ein kognitiver Entwicklungsprozess – auch darum macht es keinen Sinn diese Fähigkeit zu erzwingen.

Wir müssen nur genau hinschauen, um es zu sehen. :)

 

Ein fürsorgliches und gebendes Miteinander:

Manchmal ist es nicht einfach, sich entgegenzukommen. Manchmal gibt es keine Lösung mit der alle zufrieden sind. Den jungen Menschen fällt es besonders schwer ihre Bedürfnisse zurückzustellen, bzw. können sie dies auch erst ab einem gewissen Reifegrad. Wir erwachsen sind es, die immer dazu in der Lage sind unsere Bedürfnisse zu überdenken und ggf. zurückzustellen.

Aus Liebe zu unseren kleinen Lieblingsmenschen.

Auch wenn uns selber diese Entscheidung in dem Moment vielleicht nicht so gut tut. Trotzdem ist es die beste Entscheidung für alle – letztendlich auch für uns.

Denn wir leben unseren Söhnen und Töchtern in dem Moment vor, das wir dazu bereit sind unsere Bedürfnisse – ihnen zur Liebe – zurückzustellen. Wir vermitteln ein fürsorgliches und gebendes Miteinander.

Wir brauchen auch keine Angst davor zu haben, dass wir als unterwürfig gesehen werden, oder wir uns als wertlos darstellen. Nein, das was wir ihnen vorleben, gibt den kleinen Menschen ein wohliges Gefühl und erfüllt sie mit großer Dankbarkeit. Sie spüren Liebe! Es ist ein großes Geschenk von uns an sie und wieder zurück – ich bin mir sicher, dass diese Art von Sozialität nicht ins Negative gedeutet wird.

 

Nicht aufopfern, sondern selber Gutes dabei fühlen:

Wir brauchen nicht das Gefühl zu haben uns aufzuopfern – weil wir den kleinen Menschen immer alles recht machen.

Denn schließlich ist es auch unser eigenes Bedürfnis, welches da in der ein oder anderen Situation entsteht und wir durch unser Verhalten dann befriedigen.
Aus dem Bedürfnis des jungen Menschen, entwächst (ein neues) eigenes Bedürfnis – nämlich diesen Wunsch zu erfüllen, da wir uns ein friedliches Miteinander wünschen. Unser vorheriges Bedürfnis verliert (zumeist) an Bedeutung und wir können uns neu orientieren uns anpassen und können so schließlich (trotzdem) das miteinander genießen – ohne das Gefühl zu haben uns aufzuopfern. Denn das ist es nicht.

Es ist ein Schenken, Lieben, Genießen. Manchmal geben wir dadurch etwas auf. Aber gewinnen tun wir dennoch immer etwas. Und das macht uns selber am Ende eben so zufrieden, denn wer etwas gibt, der gewinnt dabei auch etwas. Glück!

Unser vorheriges Bedürfnis verliert an Bedeutung, da uns das gemeinsame Glück wichtiger ist.

Wir erwachsenen haben viele Ideen, Aufgaben, Verpflichtungen, Wünsche,… aber wir sind es schließlich auch, die sich Familie ausgesucht haben und da ist sie nun – diese (kurze) Zeit die wir haben, ehe sie alle groß sind und flügge werden, diese süßen kleinen Menschlein. :)

Gemeinsame Lebenszeit genießen. Jederzeit. :)

 

Eine (große) Familie mit vielen Bedürfnissen:

Familie (er)leben bedeutet manchmal unglaublich viele Bedürfnisse zur gleichen Zeit. Je mehr Familienmitglieder, desto komplizierter wird es oft alle Bedürfnisse wahrzunehmen, bzw. es wird oft unmöglich alle Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.
Dadurch ergibt es sich natürlicherweise eh schon unglaublich oft, dass die (jungen) Menschen überall zurückstecken müssen und sich anpassen müssen. Denn anders geht es gar nicht.
Darum ist es ja besonders wichtig, immer öfter genauer hinzuschauen und die kleinen
Menschen nicht routinemäßig zu übergehen. Je öfter wir ihnen entgegenkommen, desto eher sind auch sie bereit dazu dies immer öfter zu tun – obwohl wir dies nicht direkt erwarten, denn ihr Glück bedeutet gemeinsames Glück!

 

Liebe Grüße,
and enJOY your family!