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Eine Familie unterwegs mit dem Wohnwagen……sieht aus wie die Zigeuner???

Zumindest in Deutschland und in Frankreich scheint dies der Fall zu sein (in Spanien, Portugal und England hatten wir dieses Problem nicht).

Es kam tatsächlich, innerhalb der eineinhalb Jahre die wir jetzt am Reisen sind, ziemlich oft vor, das wir von einem Platz verwiesen wurden. Und uns erschließt sich der Grund dafür überhaupt nicht. Wohnwagen-Gespanne sind einfach nicht gerne gesehen und darum nicht erlaubt. Aber warum? Aus Angst vor Zigeunern? Mit einem Wohnmobil hat man dieses Problem bei weitem nicht so stark!

Mit dem Wohnwagen dürfen wir auf normalen Wohnmobilstellplätzen in den allermeisten Fällen nicht stehen. Tun wir es doch einmal, weil wir keinen anderen Ort finden und es z.B. aufgrund irgendwelcher kindlichen Bedürfnisse schneller gehen muss mit der Platzsuche, dauert es oft nicht lange bis die Polizei oder das Ordnungsamt bei uns anklopft. Wenn es zu diesem Zeitpunkt abends ist, wird uns dann aus Kulanz meist eine Übernachtung genehmigt, ausnahmsweise! „Aber bitte am nächsten Morgen gleich den Platz verlassen!“ Ist es Morgens oder Tags, so wird uns nicht mehr viel Zeit gelassen…

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Ein Traumplatz: im Wald, mit viel Schatten, Feuerstelle, Wanderwege, Natur, nicht weit zum Meer… aber es ist uns leider nicht erlaubt zu bleiben.

 

Und dabei machen wir nichts anderes, als das was Wohnmobilmenschen auch tun. Wir parken, übernachten, leben, benehmen uns. Und dann fahren wir weiter. Wir packen auf solchen Plätzen keine Campingmöbel aus und auch das Vorzelt und Sonnensegel bleibt drinnen. Der Einzige Unterschied ist der, dass wir etwas länger sind als ein durchschnittliches Wohnmobil. Aber auch hier gibt es schließlich Mobile die 12 Meter lang sind, oder aber auch einen Anhänger für Gepäck hinten dran haben. Und die dürfen da auch stehen. Das ist also nicht das Problem.

Es geht nur um Formalien! Was im Papier steht zählt. Wie man es nutzt ist egal. Stumpf.

Bisher konnte uns auf Nachfrage auch noch keiner dieser Menschen so richtig einleuchtend erklären warum das so ist.

Auch Wildcampen ist in Deutschland und in Frankreich sehr schwierig. Überhaupt erstmal einen geeigneten Platz (der auch schön ist) zu finden, ist die größte Herausforderung. Das Land ist so zugebaut, das es fast keine freien Plätze mehr gibt!

Und auch die Gesetze zum Wildcampen lassen fast keine Lücken mehr zu. Man darf nicht in Wohngebieten, nicht in Naturschutzgebieten, nicht in Waldlage, nicht an Plätzen nahe dem Wasser, usw… da bleibt ja fast nur noch der Rasthof übrig.

In der Nebensaison ist es deutlich einfacher irgendwo zu stehen, egal ob auf Stellplätzen oder in der Natur. Liegt es daran, das in der kalten Jahreszeit keiner Kontrollieren geht? Oder drücken sie dann eher mal ein Auge zu und warten ab?

Uns erschließt sich nur ein sinnvoller Grund. Nämlich der, dass die Ordnungshüter mit den örtlichen Campingplätzen Hand in Hand arbeiten…

Wir gehen NIE auf Campingplätze. Das käme und gar nicht in den Sinn. Wir möchten nicht in Reih und Glied mit Urlaubern stehen, schön gesittet (und langweilig), wir möchten die Welt sehen, schöne Plätze erkunden und dabei auch die Idylle genießen. Wir brauchen keinen Campingplatz, unsere Fahrzeuge sind komplett Autark ausgestattet.

Und selbst wenn wir an Plätzen parken, die nicht verboten sind, wird trotzdem des Öfteren angeklopft. Nicht selten wird uns dann berichtet, dass sich Bürger telefonisch gemeldet hätten und sie deswegen zur Kontrolle da sind. (Ist das nur eine Ausrede?) Dann werden die Personalien überprüft und anschließend wird uns noch ein schöner Tag gewünscht. Warum stehen wir unter Generalverdacht? Für was überhaupt? Was soll denn schon eine Familie mit Wohnwagen anstellen? Von außen sehen wir ganz normal aus, eben wie eine Familie die in den Urlaub fährt…

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Ein Traumplatz, direkt am See… je abgelegener und einsamer, desto einfacher wird es.

 

Warum sollten sich Bürger an uns stören? Die meisten Menschen die uns sehen, sind neugierig und freundlich und verhalten sich ganz und gar positiv uns gegenüber, wenn sie von unserem Projekt hören. Kein Wunder, es ist ja auch absolut spannend was wir machen.

Jedenfalls fühlt es sich echt blöd an so behandelt zu werden….
Immer wenn wir auf Platzsuche sind müssen wir überlegen, ob wir willkommen sind, ob wir dort stehen dürfen und ob sich evtl. jemand daran stören könnte.

Dies ist einer der Gründe warum wir auf ein Wohnmobil umsteigen wollen. Es ist zwar nicht der alleinige Grund, aber es trägt doch zu einem Großteil dazu bei. Denn wir möchten uns willkommen und dadurch wohl fühlen!

Wem gehört die Welt?

Immer im Visier, so scheint es uns…

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Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?