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1. Februar 2015, wir fahren nach Andalusien rein. Dank unserem ACSI-Stellplatzführer finden wir einen schönen kleinen (und kostenlosen) Stellplatz in Canjáyar, mit Wasserhahn – denn es ist mal wieder Wäsche waschen angesagt! Hier kommt unsere Camping-Waschmaschine zum ersten Mal so richtig in Einsatz – und ja, die Anschaffung hat sich gelohnt! Mit drei kleinen Kindern und Baby (im Tragetuch – gebückte Arbeit eher schwierig) ist Handwäsche dann doch sehr lästig…
Das kleine und schöne Städtchen Canjáyar liegt am Rande der Sierra Nevada. Ein sehr kinderfreundlicher Ort ist das hier, denn an fast jeder Ecke findet sich ein kleiner Spielplatz. Zum ersten Mal kommen wir in den Luxus Orangen-, Zitronen-, und Mandarinen am Wegesrand selbst zu ernten, vor allem die Zitronenbäume haben es uns duftmäßig extrem angetan! Wow, das ist ein intensiver Geruch! Lecker!!! Die Granatäpfel sind leider noch nicht reif, bzw. die Zeit schon vorbei. Einige Bäume/Früchte können wir nicht identifizieren, könnt ihr es (siehe Fotos)? Habt ihr schon mal Oliven direkt vom Baum gepflückt (und probiert)? Boar, sind die ekelig! Und das sage ich als absoluter Olivenfan… Wieder einmal etwas neu dazu gelernt: Oliven sind frisch ungenießbar und müssen erst eingelegt werden.
Mehrere Wasserquellen befinden sich im Ort und an fast jeder Ecke befinden sich außerdem Wasserhähne, das kennt man aus Deutschland ja überhaupt gar nicht – frei zugängliches Wasser für alle!
Wir bleiben drei Nächte an diesem Ort, als die Wäsche fertig gewaschen und getrocknet ist und die Kinder und wir gebadet/geduscht sind, zieht es uns weiter Richtung Granada.

Wir fahren durch die Sierra Nevada… Der Ausblick über die Berge ist absolut beindruckend! Aber auf über 1000 Meter Höhe ist es arschkalt! Was für ein Temperaturunterschied! Gestern liefen wir noch in T-Shirt rum und hier ist es um die Null Grad Celsius, es fängt an zu schneien… je näher wir uns Granada nähern, desto stärker wird das Unwetter! Zurück in die Kälte? Oh je, wo sind wir bloß gelandet…? Auch der Bus macht wieder einige Male Probleme, wieder der Notlauf… hm… hängt das mit der Kälte zusammen?
In Granada ist dann erstmal Großeinkauf an Lebensmitteln angesagt. Und wir treffen hier auf unsere lieben Freunde! Eine liebe Familie mit bald 4 Kindern, die mit ihrem Feuerwehrbus in der Welt unterwegs sind. Juhuu, endlich! Die Freude ist groß!
Wir fahren zusammen weiter nach Órgiva, ein kleines alternatives Städtchen, südlich von Granada gelegen. Im Ort gibt es drei Bioläden und auch auf dem Markt gibt es einen Bio-Stand. Eine Seltenheit in Spanien! Unten im Tal, in den Las Alpujarras, befindet sich ein kleines Hippie-Wagendorf. Doch mit unserem Gespann brauchen wir gar nicht erst versuchen dort hin zu fahren, never ever!! Schade, wir sind hin- und hergerissen. Denn unsere Freunde haben mit ihrem Feuerwehr-Bus keine (kaum) Probleme dort runter zu fahren und überlegen länger dort zu bleiben… Nach zwei Übernachtungen am Park, fahren wir dann erstmal zur Küste, nach Salobreña. Doch wohl fühlen wir uns hier nicht, auf einem Stellplatz mit vielen anderen Campern, wie die Hühner auf der Stange… Tourismusregion! Nach zwei Nächten fahren wir zurück nach Órgiva, das alternative Städtchen zieht uns da deutlich mehr an. Nach zwei Nächten „isoliert“ am Beginn der Schotterpiste trauen wir uns ein Stückchen ins Tal runter zu fahren… Nach ca. einem Kilometer Steinpiste und einer Bachdurchquerung parken wir auf einem schönen Plätzchen, welches wir zuvor zu Fuß ausgesucht hatten. Weiter trauen wir uns nicht zu fahren (nach der Erfahrung in der „Wüste“ bei Murcia sind wir vorsichtig geworden  ). Hier ist es schön! Richtig schön ruhig, mitten in der Natur! Ein kleines Bächlein direkt in der Nähe, welches zum Waschen dient und als Natur-Spiel-Zone für die Kinder einfach perfekt ist – einfach wunderbar! Und unsere befreundete Familie gesellt sich, zu unserer Freude, zu uns!  Wir haben mit den Kindern drei entspannte Nächte und Tage hier in der Natur, bis uns die „Guardia Civil“ (welche täglich einmal vorbei fuhr und nach dem Rechten sah), freundlich darauf hinweist, dass wir hier kein Lagerfeuer machen dürfen und bitte spätestens morgen weiter fahren sollen…

Es geht also weiter… einmal Wasser auffüllen in Lanjarón und dann ab nach Alhama de Granada, ein weiterer Versuch an eine heiße Quelle ranzukommen.  Und dieses Mal gelingt es uns auch.  Beinahe zumindest… denn als wir wieder abfahren wollen macht der Bus wieder Probleme. Aber dank eines sehr hilfsbereiten jungen Menschens vom Fach, kommen wir nach einem halben Tag Hoffen und Bangen doch noch vom Fleck – Gück gehabt! Danke!! Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall, zumindest Stefan war mit den beiden Kids im ca. 40 Grad heißen Wasser. Ich mochte mit unserem jüngsten, zu dem Zeitpunkt 10 Wochen altem Baby, nicht so gerne in diesem Wasser baden (obwohl es wirklich extrem sauber aussah!!).
Achso, und nicht zu vergessen, die Schlucht vom „Río Alhama“ ist wirklich beeindruckend!
Und weiter geht’s…
Nach nicht erfolgreicher Stellplatzsuche frei Schnauze, nehmen wir genervt unseren Stellplatzführer zur Hand (mit Gespann ist es manchmal echt nicht so einfach…). „Antequera, einsam, kostenlos, am Nationalpark, fantastische Fernsichten…“ – das hört sich doch gut an! Wir haben keine Ahnung wo es uns hin führt. Nach drei Mal quer durch die Stadt Antequera (ja, liebes Navy, es ist nicht so einfach), auf 500 Meter Höhe, führt es uns sehr rasch immer höher auf den „El Torcal“, ein wahnsinns Naturwerk!!! Es ist dunkel und es ist kalt, wir fahren in die windigsten und eisigsten Wolken, auf ca. 1200 Meter Höhe sind wir da. Wow! Schnell die Heizung an machen! Schon im Dunkeln und bei Nebel sehen diese Felsen unheimlich (und) atemberaubend aus, wie muss das erst bei Tageslicht sein? Doch am nächsten Morgen wird es gar nicht richtig hell… es herrscht immer noch eisigstes Unwetter. Lange halten wir es also nicht aus und wir fahren wieder bergab (wuah, das war auch abenteuerlich!) und weiter… Leider haben wir keine Fotos gemacht. Aber wir kommen wieder, das haben wir uns vorgenommen (aber dann nicht im Winter)!

Nun kommt die Gewaltstrecke!… Wir haben erstmal genug vom Rumreisen und wollen ein wenig Wochenbett nachholen und irgendwo „gemütlich“ den Rest des Winters verbringen. Unserer befreundeten Familie geht es ähnlich, auch sie suchen ein Nest für die kommenden Wochen und fahren uns spontan schon mal ein ganz schönes Stück voraus, aber wir folgen ihnen auf den Fersen – wir wollen ja nicht alleine irgendwo rumdümpeln.  520 Kilometer fahren wir an diesem Tag (bzw. am Abend, bis in die Nacht – die Kinder schlafen alle drei) und am nächsten Tag nochmal 120 Kilometer, dann sind wir angekommen, 18. Februar 2015, nach zwei Wochen Andalusien… und nun Zentralportugal, in einem kleinen Ruinendorf, wo wir zusammen mit gleichgesinnten Familien einige Wochen verweilen werden.

Tschüß Andalusien! Aber wir kommen sicher irgendwann wieder und dann nehmen wir uns mehr Zeit!

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Was sind das für Früchte?DSC_0787

Da hinten der Beginn der Sierra Nevada…DSC_0794

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Eine Quelle mitten im Ort:DSC_0798

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Ein Spielplatz über den Dächern der Stadt:DSC_0805

Was ist das?DSC_0814

Zitronenduft…DSC_0818

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Sierra Nevada…DSC_0893 DSC_0895

Das liest man hier ständig:DSC_0942

Hippie-Dorf von oben:DSC_0945

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Órgiva von oben:DSC_0951

Ein Stausee in der Nähe:DSC_0953

Einfach mal Abhängen… DSC_0971

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Eidechsen, sehr faszinierend! DSC_0007 DSC_0012DSC_0055

Ein Natur-Spiel-Paradies dieses Bächlein!DSC_0022 DSC_0023Gut getarnt…DSC_0036 Wasser auffüllen… DSC_0059 DSC_0063

Ich bin sehr froh das wir uns für den kleinen Mann für eine Liege-Babyschale entschieden haben! So brauche ich mir keine Sorgen um seine Sitzposition, bzw. diesbezüglicher gesundheitlicher Nachteile und um die Komfortsituation keine Gedanken machen.

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Schneebedeckte Berge…DSC_0070

Rechts neben dem Fluss die heißen Quellen, Alhama de Granada…DSC_0076 DSC_0077