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Nachdem wir schon seit Wochen davon reden, das wir in den „Parque Natural da Serra da Estrela“ fahren wollen, tun wir das nun endlich! Also fahren wir heute, nachdem wir doch gefühlt gerade erst die gleiche Entfernung von Nord nach Süd gefahren sind, heute wieder 150 km von Süd nach Nord…

Zwar haben wir noch etwas Zweifel, ob es Sinn macht mit dem Gespann in die Berge zu fahren, aber da unsere Freunde voraus fahren und uns bestätigen das es wohl (vermutlich ) klappen wird, trauen wir uns doch – denn diesen Fleck Erde wollen wir uns nicht entgehen lassen!

Und es hat sich wirklich gelohnt!

Oben angekommen, auf den höchsten Bereichen der Estrela, ist der Anblick und Ausblick einfach fantastisch! Wir sind hier auf einer Höhe von ca. 1850 Metern – montanha de água. Dieses Bild der Natur, wie es hier oben existiert, haben wir noch nie gesehen. Wir staunen! Die Natur ist hier so klar! Es gibt keine Bäume, sondern nur einige kleinere Pflanzen wie Heide und verschiedene Gräser und ansonsten gestaltet sich die Natur mit Steinen und Felsen und erstaunlicher Weise sehr viel Wasser! Das Wasser sammelt sich in kleinen und größeren flachen Teichen und Seen und ist unglaublich klar. Und es wimmelt von Fröschen, was auch nicht zu überhören ist! Andere Tiere sehen wir nicht. Wir wundern uns, wo das Wasser her kommt (Schnee?) und wieso jetzt im Sommer noch welches vorhanden ist – warum es nicht verdunstet? Und überhaupt wundern wir uns, dass es nicht irgendwo einen Weg findet, davon zu fließen – es scheint so, dass es von den großen Felsen sicher fest gehalten wird.

Wir wandern ein bisschen durch die Landschaft und genießen von den höchsten Felsen den unglaublichen Ausblick über Portugal…

Nachdem wir uns satt gesehen haben, verlassen wir die Hochlandschaft und fahren tiefer in die Estrela rein, auf der Suche nach einem Stausee mit Badestelle. Und wir werden fündig – in der Nähe von Manteigas. Der Stausee ist traumhaft! Solch ein klares Wasser haben wir in der Natur noch nie gesehen, allerdings ist es wirklich richtig kalt! Brrrrr! Aber dennoch lassen wir uns das Baden darin nicht entgehen. Wir sind froh endlich eine angenehme Erfrischung zu erfahren und dazu noch in solch einem traumhaften Wasser und Schatten gibt es hier auch zu genüge… der Platz ist einfach perfekt! Erstaunlicher Weise sind wir fast die einzigen Gäste dieses Ortes, vermutlich sieht es hier im Hochsommer auch anders aus?

Wir parken direkt neben einer natürlichen Wasserquelle. Diese befüllt den Stausee mit Wasser und natürlich füllen auch wir hier unsere Kanister wieder auf.

Wir wären sehr gerne noch viel länger hier geblieben – aber nicht alleine. Denn da wir hier leider im absoluten Funkloch sind, zieht es uns schon am Abend weiter, denn wir haben bei der gemeinsamen Suche nach einer Badestelle unsere befreundete Familie verloren und wollen sie unbedingt wieder finden – und ohne Funkkontakt ist das schließlich nicht so einfach. Wir können ja später zusammen nochmal hier her fahren, denken wir.

Daraus wird jedoch leider nichts, denn als wir die Estrela Richtung Gouveia verlassen und diese unzähligen Kilometer bergab fahren, fangen unsere Wohnwagenbremsen quasi an zu glühen! Die Plastikkappen auf den Radmuttern schmelzen dahin… und alles glüht vor Hitze. Also ab in die Werkstatt, Bremsen überprüfen lassen. Das war wohl etwas zu viel des Guten. Nach dieser Erfahrung trauen wir uns keine solche Gebirgsfahrt mehr zu…

Da sind wir nun, in Nordportugal. Es ist Sommer, es ist heiß, es ist trocken. Und es gibt kein Wasser. Wir suchen und suchen… Wir finden einfach keine Badestellen mehr und auch Google-Maps ist uns nicht hilfreich. Das Land ist trocken und Öde. Wir sehnen uns nach dem Badeplatz oben in der Estrela – aber nein, nicht nochmal mit dem Wohnwagen. Hier unten ist es jedoch nicht auszuhalten – wir quälen uns nur noch dahin.

In Guarda gibt es einen Wohnmobilstellplatz und nebenan einen riesigen Kinderspielplatz, der eigentlich „ein Traum“ wäre – aber irgendwie haben die zuständigen Menschen die diesen Ort geplant und gebaut haben, vergessen Schatten einzuplanen.

Nach weiteren zwei Tagen Quälerei und leider ohne Funkkontakt zu unseren Freunden, machen wir dem Graus ein Ende und sagen „Tschüss Portugal“. Der Sommer ist da und wir fahren weiter Richtung Norden, uns ist es zu heiß hier.

Innerhalb kürzester Zeit fahren wir quer durch Spanien und haben schon bald die französische Grenze erreicht, hier ist es jetzt um einiges angenehmer und wir fühlen uns wieder wohl.