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Als Familie braucht man viel Platz.

Zumindest denkt man das. Aber ob das auch wirklich so ist, ist (zumindest mir) nicht ganz klar. Nach zwei Jahren ununterbrochenen Reisens mit drei Kindern, können wir inzwischen aber reichlich Erfahrung weiter geben, wie es ist mit einem Wohnwagen zu reisen. Ein Wohnmobil haben wir nie besessen und können darum nur vermuten, wie es sich damit Reisen lässt…

Wir möchten euch hier berichten, warum wir uns damals für den Kauf eines Wohnwagens entschieden haben und wo die Vorteile (für uns) darin liegen.

Den meisten Platz in einem mobilen Zuhause nimmt ohne Zweifel die Bettfläche ein – zumindest wenn man mit Kindern reist. Da wir Familienbett praktizieren und wir bei unserer Wohnmobil-Such-Recherche damals nicht ein einziges Model entdeckten, welches ein genügend großes Familienbett hergibt, war für uns ziemlich schnell klar, dass ein Wohnmobil für uns nicht in Frage kommt. Denn das zusammen Schlafen ist für uns höchste Priorität.

Auch unter den Wohnwagen-Angeboten war es nicht einfach einen geeigneten Grundriss (der ein Familienbett möglich macht) zu finden. Es ist einfach zu speziell. Familienbett ist einfach nicht üblich und außerdem – wer reist schon mit (vielen kleinen) Kindern? Die Nachfrage ist einfach nicht besonders groß.

Folgende Modelle kamen für uns in Frage:
– Knaus Südwind 550/530 TK
– Dethleffs 530 TK (Hier ist die Leiter mittig am Hochbett angebracht, was für uns dann ein Ausschlusskriterium war)
– Fendt 535 TK
– Bürstner 530 TK (ist in der Anschaffung deutlich teurer)
– Hymer/Eriba 532/530 TK

Vermutlich gibt es noch weitere Hersteller mit gleichem, oder ähnlichem Grundriss, jedoch ist insgesamt das Angebot recht klein. Wir hatten uns recht schnell in diesen Grundriss verliebt, da er eine gute Möglichkeit für ein großes Bett bietet; das Bett kann vorne über die gesamte Breite (220cm) aufgebaut werden und wenn dann irgendwann eines der Kinder doch mal alleine schlafen will, kann es nach oben auf das Etagenbett ziehen und ist uns trotzdem noch nahe (und nicht am anderen Ende des Wagens). Das erscheint uns am attraktivsten und zeigte sich bisher in der Praxis auch als vorteilhaft. Auch aus dem Grund, dass man nicht jeden Morgen und Abend auf- und abbauen muss.

Ein Kinderetagenbett, das sich separat an einem Ende des Wohnwagens befindet (so wie es in vielen Wohnwägen gelöst ist), wäre bei uns höchstens als “Spielplatz” in Benutzung, nicht jedoch zum Schlafen, was wir darum als Platzverschwendung empfinden würden.

Wir entschieden uns für einen Knaus 550TK, den wir über Ebay-Kleinanzeigen gefunden haben.

So schliefen wir zu Beginn unserer Reise erst zu viert auf dem 220cm breiten Familienbett und tun das aktuell sogar zu fünft. Noch schläft keines unserer Kinder oben auf dem Stockbett. Es ist zwar recht eng, aber gerade noch okay – schön kuschelig. :)

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Das Reisen mit Wohnwagen hat allerdings auch einige Nachteile, dies haben wir ja bereits in einigen unserer Reiseberichte angesprochen. Mit unserem 13-Meter-Gespann sind wir einfach überhaupt nicht so wendig, wie wir es gerne wären. Außerdem kommt man (in großen Städten, oder in kleinen Dörfern) um viele Kurven einfach nicht herum. Wir waren schon oft in Millimeter-Maßarbeits-Situationen und mussten schon des öfteren rückwärts fahren. Schwierig wird es ganz besonders dann, wenn es Steil ist. Rückwärts bergauf ist mit Gespann einfach nicht möglich. Außerdem können wir längst nicht so gut ins Gelände fahren, denn durch die Bodennähe ist oft schon ein normaler “Huppelweg” nicht befahrbar.

Es kommt somit ganz auf die persönliche Reise-Vorliebe an. Wer gerne von Stellplatz zu Stellplatz reisen möchte, oder sogar das verweilen auf Campingplätzen mag, für den ist ein Wohnwagen sicherlich die richtige Wahl.

Wenn man so wie wir, lieber Wildcampen möchte, dann ist es oft eine Herausforderung. ;)

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Allerdings stellt das Wildcampen oft eine große Herausforderung dar, denn oftmals ist es einfach nicht erwünscht das ein Wohnwagen irgendwo herumsteht. Diese „Problematik“ haben wir in einem extra Artikel ja schon einmal erwähnt. Es kam schon vor, dass wir von Plätzen weggeschickt wurden und jedoch andere Fahrzeuge (Wohnmobile) nicht angesprochen/weggeschickt wurden (und dies passiert uns nicht nur beim Wildcampen, sondern auch auf ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätzen!).

Desweiteren ist es natürlich mit einem langen Gespann auch sowieso schwieriger geeignete Plätze zum stehen/parken zu finden, allein durch die Länge. Mit einem Wohnmobil passt man auf kleinere Plätze und in kleinere Parklücken. Das ist besonders beim Einkaufen usw. relevant.

Aber natürlich ist es von Vorteil, dass man immer abkuppeln kann, um Besorgungen zu erledigen, oder Ausflüge zu machen. Außerdem haben wir auch in unserem Zugfahrzeug (Mercedes Sprinter) ein Bett eingebaut, so dass es uns möglich ist den Wohnwagen auch mal irgendwo zu parken und dann im Bus zu schlafen. Dies ist auch ein Grund dafür, wieso wir uns von unserem Bus (noch) nicht trennen wollten.

Bei uns ist inzwischen jedoch der Wunsch nach einem selbst ausgebauten LKW entstanden. Ein “normales” Wohnmobil kommt für uns einfach nicht in Frage, da die üblichen Grundrisse nicht unseren Bedürfnissen entsprechen. Jedoch haben wir schon zu oft darunter “gelitten” das unser Wohnwagen einfach überhaupt gar nicht geländegängig ist.

Fazit: LKW und Selbstausbau! Wir freuen uns schon total auf dieses Projekt und sind gespannt! :)

Einige LKWs haben wir uns ja schon angeschaut, aber „der Richtige“ war noch nicht dabei…

Es bleibt spannend…

Vielleicht sollten wir auch tatsächlich einmal Backpacking in Erwägung ziehen?

An alle Reisefamilien:
Wie reist ihr?

Was sind eure Erfahrungen?
Was für ein Fahrzeug könnt ihr uns empfehlen?

 

Liebe Grüße,
and enJOY your family!